| Die Kunst des Rezeptierens |
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Die Kunst des RezeptierensAuszug aus dem Buch: "Hahnemanns Todtenfeier" von Dr. Arthur Lutze Das vollständige Buch gibt´s GRATIS für Globuliebe - Mitglieder  ... Alles dies fühlte auch Hahnemann tief und tiefer, denn Einer, und er rang danach mit unermüdlichem Eifer, der leidenden Menschheit Heil und Hilfe zu schaffen. Doch ehe wir weitergehen, fragen wir: wie war es möglich, dass so viele Jahrhunderte hindurch die Medizin in so tiefer Unwissenheit beharren konnte, wie wir aus dem Mund berühmter Ärzte alter Schule vernommen haben? Der Grund davon ist sehr einfach: Seit Jahrhunderten war es gebräuchlich gewesen, die Medizin für Kranke aus Kräutern und Säften zu mischen. Aus diesem Herkommen entstand endlich eine so genannte Kunst, und Jeder, der die Doktorwürde erlangen wollte, musste seine Kenntnisse in dieser Rezeptierkunst nachweisen, vermöge welcher er im Stande wäre, verschiedene Arzneisubstanzen lege artis in einem Rezept zu verbinden. Da waren 5 Ingredienzen sogar kunstgerecht: 1. ein Hauptmittel (basis), die Krankheit zu heilen; So wurde ein kunstgerechtes Rezept zusammengestoppelt, oft aber noch vielfach erweitert, und nicht selten so zusammengesetzt, dass die Apotheker nicht im Stande waren, es in die verlangte Form zu bringen, oder sich einander aufhebende Stoffe in der Unkunde verschrieben waren, als: Merkur und Belladonna, oder Opium und Kampher und dergleichen mehr. Wenn Letzteres aber auch nicht geschah, so sieht Jedermann leicht ein, der weiter Nichts als seinen gesunden Menschenverstand benutzt, dass bei den ewigen Gemischen es den Ärzten ganz unmöglich gemacht wurde, je die reine Wirkung eines einzelnen Arzneistoffes zu erfahren, da es ja gegen alle Gesetze der Kunst, also verächtlich und unerhört gewesen wäre, gegen ein Übel nur eine Ingredienz zu verschreiben. So mussten also die Ärzte im Finsteren umhertappen, und da jede Krankheit bei jedem anderen Individuum anders erscheint, und nie ein Zustand mit einem zweiten über einen Leisten geschlagen werden kann, geschweige denn eine ganze Gattung von Übeln, so war es unausbleiblich, dass die Medizinen nicht nur nicht in jedem Fall heilten, sondern dass sie schädlich und zerstörend auf den Organismus einwirken mussten. Hierdurch erklären sich die Aussprüche der oben angeführten, nach Wahrheiten ringenden Ärzte, die sich jedoch im Labyrinth verirrt fühlen, und ihre Unzulänglichkeit beklagen. Der Wahrheit sehr nahe war schon Theophrastus Paracelsus gekommen, der in seiner derben Weise spricht (siehe Schultz´s hom. Medizin des Th. Paracelsus): "Es ist eine verzweifelte Meinung, so viele Simplicia in ein Rezept zu ordnen. Ach, des armen Komponierens! Es ist doch nicht anders, als dass ein Dreck den anderen verdirbt und schlecht macht." |
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