| Bocksstöße gegen die Homöopathie |
|
|
Bocksstöße gegen die HomöopathieAuszug aus dem Buch: "Hahnemanns Todtenfeier" von Dr. Arthur Lutze Das vollständige Buch gibt´s GRATIS für Globuliebe - Mitglieder Viel Aufsehen machte in neuerer Zeit der Streit zwischen dem Professor Bock und den Leipziger Homöopathen, wovon ich einiges mitteilen will. Als die Ausfälle des Leipziger Professors gegen die Homöopathie kein Ende nahmen und immer ausverschämter wurden, ließ ich Folgendes in die "Deutsche Allgemeine Zeitung", in welcher der Streit zu lesen war, einrücken und zwar in Nr. 181, vom 5. August 1855: An den Professor Bock in Leipzig. Auf Ihr Gewäsch über Homöopathie in diesen Blättern habe ich geschwiegen, weil ich es unter meiner Würde hielt, mich mit einem Gegner einzulassen, dessen Ignoranz aus jeder Zeile hervor leuchtete. Als Sie es wagten, einen großen Toten zu schmähen, hatten Sie sich selbst gerichtet, denn Jedermann kennt Hahnemann, der der Weltgeschichte angehört, sehr Wenige aber den "Professor Bock in Leipzig". Als Sie jedoch in Ihrer Unwissenheit und Frechheit so weit gingen, die ganze Homöopathie für Scharlatanerie und die feinen homöopathischen Potenzen für lauter "Nichtse" zu erklären, so hielt ich es für meine Schuldigkeit, einem so groben Gesellen das Maul zu stopfen, denn auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Wer noch Worte gegen Sie verliert, ist ein Narr, ich will Ihnen aber drei Tatsachen anführen - wenn diese Sie nicht eines Besseren belehren, so bleiben Sie unverbesserlich; jedoch die Welt verliert nichts daran. - 1) Wilhelmine Kiefer, Tochter des Wassermüllers zu Steinbach bei Borna in Sachsen (siehe Leipziger Zeitung Nummer 150, im Mai 1851), kam nach anderweiter ärztlicher Behandlung ins Jakobshospital zu Leipzig, unter Direktion des Professor Dr. Günther, wegen Tumor albus (weißer Kniegeschwulst). Nachdem man sie 20 Mal gebrannt und 3 Fontanellen gelegt hatte, wollte man das Bein abnehmen, wozu Ihr Vater schon die Einwilligung gegeben, und nur ihr hartnäckiges Sträuben, "dass sie lieber sterben wolle", daran hinderte; sie starb jedoch nicht, wurde aber nach einem Jahr und zwei Monaten als unheilbar entlassen, so dass sie noch sieben Jahre lang mit zwei Krücken, den einen Fuß mittels eines Bandes am Hals aufgehängt, traurig umherschlich. So kam sie zu mir nach Cöthen, wurde in drei Monaten völlig geheilt, dass sie seit vier Jahren gehen, springen und tanzen kann, wovon Sie sich überzeugen können. - 2) Die Witwe Schneider-Heinze in Leipzig hatte viele Jahre lang wegen Tumor albus und Gicht im Jakobshospital gelegen, war auch gebrannt, gemartert und unheilbar entlassen worden; sie kam gänzlich gelähmt zu mir, nicht einen Schritt allein gehen könnend. Auch sie ist hier schnell geheilt, und betreibt jetzt in Leipzig ihr Geschäft. - 3) Luise Rohr in Wörbzig bei Cöthen litt 9 Jahre lang an Epilepsie im höchsten Grade, dass fast kein Tag verging, wo nicht Krämpfe sie drei bis sechs Mal zu Boden warfen. Durch wenige homöopathische Pulver in der 30. Potenz ist sie in einem Vierteljahr völlig geheilt und jetzt seit sieben Jahren gesund und blühend. - Diese drei Fälle, wo Ihre Herren Kollegen Alles versucht hatten, und ich schnell und bleibend heilte. Sind meine Arzneipotenzen "Nichtse" gewesen? - Ist die Homöopathie wirklich nur "Scharlatanerie"? - Diese drei Fälle, außer ihnen aber noch 1000 andere, liegen als sprechende Tatsachen für die Homöopathie vor Ihren Augen. Untersuchen Sie, überzeugen Sie sich; und wenn Sie dann nicht in Demut und Reue schweigen, sondern es ferner wagen, in einer so heiligen Sache, die längst abgemacht, längst von den Staatsregierungen anerkannt ist, und von der Sie nichts verstehen und nichts begreifen, dennoch mitzusprechen, so sind Sie ein erbärmlicher Schwätzer, den das "Volk", das Sie verdummen möchten, nur verachten kann. - Hufeland sagte über die Homöopathie bereits vor 20 Jahren, wo sie noch nicht so allgemein vom Volk anerkannt und verbreitet war: "Sie ist eine der größten Erscheinungen in der Medizin, die je erlebt wurde, und ihre Entwicklung wird unberechenbare Folgen haben." - Napoleon nannte sie "die wohltätigste Entdeckung seit der Erfindung der Buchdruckerkunst." - O Bock! si tacuisses! Cöthen, 16. Juli 1855. Arthur Lutze, Doktor der Medizin und Chirurgie, Augen-Operateur und Direktor der Heil- und Lehranstalt der Homöopathie in Cöthen. Nachschrift. Die angeblichen Äußerungen der Töchter Hahnemanns, die Sie in neueren Blättern auftischen, sind aus der Luft gegriffenen Lügen, was die sämtlich hier anwesenden Töchter des großen Mannes gerichtlich beschwören wollen und Denjenigen für einen Schurken erklären, der solche Lügen ferner weiter verbreitet. Der Obige. Hierdurch war der Streit abgetan, Bock war besiegt und schwieg, um jedoch desto giftiger in einem ihm ergebenen Organ "Der Gartenlaube" über mich herzufallen. Trotz aller seiner Schmähungen, ja selbst offenbarer Lügen, ist es ihm doch nicht gelungen, sich Gehör zu schaffen, und nur noch einmal erwiderte ich Folgendes in der "Deutschen Allgemeinen Zeitung": Zur Notiz! Meinen auswärtigen Patienten und Freunden, die mich in den jüngsten Tagen vielseitig aufgefordert haben, auf die Schmähungen des Professor Bock gegen mich in der "Gartenlaube" etwas zu erwidern, oder dies ihnen zu gestatten, antworte ich hiermit, dass mich Angriffe solcher Art nicht berühren können, und ich guten Humors dabei denke wie Goethe:
Dr. Arthur Lutze in Cöthen. Der Professor Bock konnte seine Niederlage vermutlich nicht verschmerzen, denn er griff zu Mitteln, die jeden edlen Charakter nur mit Indignation erfüllen konnten: er verklagte den Verleger der "Deutschen Allgemeinen Zeitung", Herrn Heinrich Brockhaus, meines ersten Aufsatzes halber, wegen Beleidigungen, und Herr Heinrich Brockhaus wurde vom Leipziger Gericht, unbegreiflicher Weise, verurteilt. Die Strafe nebst Kosten betrug zirka 50 Thlr., und ich schickte diesen Betrag Herrn Brockhaus, da ich es für ungerecht hielt, dass dieser Ehrenmann ganz unschuldiger Weise zu einer Strafe kommen sollte. Man bedenke nur, dass Professor Bock in seinen Angriffen in demselben Blatt weit größere Injurien ausgesprochen hatte; er also auch bestraft würde, wenn ich ihn verklagen wollte. Das aber sei ferne von mir; denn wehe der Wissenschaft, wenn sie erst zu solchen Mitteln ihre Zuflucht nimmt! Äußerst humoristisch ist der Streit beleuchtet in der Schrift "Bock gegen Bock" von Dr. Helbig in Dresden, und nirgends tritt die Inkonsequenz des Leipziger Professors schärfer ans Licht, als hier. |
||||
Repertorien
Globuliebe light
Anmeldung
Zitate
Zitat des Tages

Winston Churchill: „Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muß dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist.“
von zitate-online.de
Zufallszitat

Gerhard Kocher: „Wegen der vielen Maschinen und Apparate hat der Patient immer weniger Kontakt zum Arzt. Diese Entwicklung hat aber auch Nachteile.“
von zitate-online.de

