| Doppelmittel in der Homöopathie |
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Der Einsatz von Doppelmitteln in der HomöopathieAuszug aus dem Buch: "Lehrbuch der Homöopathie" von Dr. Arthur Lutze GRATIS für Globuliebe - Mitglieder Der Einsatz von Doppelmitteln – wenn ein Mittel Antidot des anderen ist – ist das möglich?... § 7Ein höchst wichtiges Kapitel ist das der Doppelmittel. Wie bei akuten Krankheiten oftmals zwei Mittel im Wechsel gegeben werden müssen, wenn beide angezeigt sind, so kann man auch bei einem chronischen Leiden, bei welchem durch ein Mittel nicht alle Symptome gedeckt werden, sondern zwei Arzneien auf der Waage liegen, deren jede ziemlich gleiche Berechtigung hat, zuerst gegeben zu werden, so kann man, sage ich, diese beiden Arzneien zusammen geben, das heißt von jeder 3 oder 4 Körner in ein und demselben Glas mit Wasser auflösen und davon, wie oben bei chronischen Krankheiten gelehrt ist, vier oder fünf Tage einnehmen lassen, worauf die mehrmonatige Pause folgen muss. Zum Beispiel bei Ausschlag oder Flechten und zugleich vorhandener großer Schwäche durch Blutentziehung oder Säfteverlust anderer Art, gebe ich Sulphur und China zusammen. Sulphur gegen die Psora, China gegen die Schwäche, beide angezeigt, beide gleichberechtigt - und die Erfahrung lehrt, dass der Erfolg ein überraschender ist, und man bedeutend schneller dadurch heilen kann, als wenn eines der Mittel alleine gegeben wäre. - Bei Magenkrampf, dessen Symptome Nux vomica deckt, bei zugleich vorhandenem oder früher dagewesenem Hautausschlag gebe ich: Sulphur und Merkur zusammen etc. etc. Gewarnt muss hierbei nur vor dem willkürlichen Zusammengeben zweier Mittel werden, von denen nicht jedes für den einzelnen Fall homöopathisch passend, das heißt, mit den Symptomen übereinstimmend ist; doch versteht sich das ja eigentlich von selbst, da überhaupt von einer nicht homöopathisch gewählten Gabe keine Wirkung zu erwarten ist. Ausnahmen von Mitteln, die man in hoher und höchster Potenz nicht zusammen geben könnte, gibt es nicht. Ich denke hierbei an die Antidote, da ich bisweilen gefragt wurde: "Darf man denn auch Antidote zusammen geben?" - Die Erfahrung lehrt, dass, wo zwei Antidote bei einem Krankheitsfall angezeigt sind und zusammen gegeben werden, die Wirkung eine Schlagende ist. Die Erklärung davon ist nicht schwierig: ich nehme zwar an, dass von einer Mischung bei höheren Potenzen nicht mehr die Rede sein kann, was noch weiter unten näher erörtert werden wird, doch vielleicht von einem Ineinanderwirken; auch dieses bleibt bei Antidoten, die sich gegenseitig abstoßen, ausgeschlossen, und jedes verfolgt daher seine eigentümliche Bestimmung unausgesetzt bis zur Heilung. Diese höchst wichtige, für den praktischen Arzt durch Nichts zu ersetzende Lehre von der hohen Wirksamkeit der Doppelmittel wurde bereits vor 24 Jahren durch Dr. Julius Aegidi, damaligen Leibarzt der Prinzessin Friedrich von Preussen in Düsseldorf, jetzigen Medizinalrat in Freienwalde an der Oder, entdeckt und aufgestellt, unserem Meister Hahnemann, im Jahre 1833 mit 233 Fällen von Heilungen durch Doppelmittel übersandt, von diesem mit Freuden aufgenommen, aber durch Dummheit und Borniertheit Anderer der Welt gestohlen; während der würdige Entdecker mit Hohn und Schmach von solchem Schriftgelehrten- und Pharisäerpack besudelt wurde, welches nicht wert war, ihm die Schuhriemen zu lösen. Hört jetzt das Antwortschreiben Hahnemanns an Dr. Aegidi in Düsseldorf, vom 15.5.1833, auf dessen Bericht über den Erfolg durch Doppelmittel, mit 233 Heilungen begleitet: Lieber Freund und Kollege! In einem anderen Brief Hahnemanns an Dr. Aegidi vom 19.6.1833 heißt es: - - Ihrem Funde vom Geben einer Doppelarznei habe ich einen eigenen Paragraphen in der fünften Ausgabe des Organons gewidmet, wovon ich gestern Abend das Manuskript an Arnold abgesendet und dabei bedungen habe, dass er es bald drucken und meinen Stahlstich vorsetzen lasse. - - Die Wettjagd um Priorität ist eine ängstliche Jagd. Vor 30 Jahren war ich auch noch so schwach, darum zu buhlen. Aber schon lange ist mir´s nur darum zu tun, dass die Welt die beste, nutzbarste Wahrheit erlange, sei´s durch mich oder einen Anderen. - - So spricht der Meister, und wir fragen nun: Wo ist jener Paragraph geblieben? - Wir durchblättern das Organon von der ersten bis zur letzten Seite - und finden ihn nicht! - - Ich will's euch jetzt erklären, wie das geschehen konnte: Vater Hahnemann trug die neue Entdeckung, die er bis dahin geheim gehalten hatte, der freilich noch kleinen Versammlung der homöopathischen Ärzte am 10.8.1833 vor; statt aber offene Herzen zu finden, fand er starre, im Alten verdummte und verdumpfte Geister, die nicht das Heil, welches in der neuen Entdeckung verborgen lag, sondern nur einen Anlass zu neuen Angriffen und Anfeindungen von Seiten der Gegner darin erblicken, es mit der Vielmischerei der Allöopathen verglichen, und den nachgiebigen alten Vater Hahnemann beredeten, die Veröffentlichung aufzugeben, ja es wirklich dahin brachten, dass Einer die Erlaubnis erhielt, bei seiner Durchreise durch Dresden den schon gedruckten Paragraphen der Druckerei wieder abzunehmen! - So wurden wir, so wurde die Welt 21 Jahre lang betrogen, bestohlen um die wichtigste Entdeckung in der Homöopathie; denn die Veröffentlichung der Sache durch Dr. Aegidi im 14. Band des Archivs für die homöopathischer Heilkunst (1834) fand so viele unvernünftige, schamlose Angriffe, dass sie, weil die Mehrzahl nur auf das Geschrei der Menge hört, bald vergessen wurde, und der würdige Entdecker lieber schwieg, ehe er sich der Misshandlung der Dummheit, der Borniertheit und des Neides weiter aussetzte. Wer Diejenigen gewesen sind, die diesen Raub an der Menschheit verübt haben - ich kenne sie nicht, und will ihre Namen nie erfahren; die Meisten mögen schon im Grabe ruhen, und die noch Übrigen sind schon gerichtet; darum wollen wir sie nicht mehr verdammen, sondern für sie beten: Vater, vergib Ihnen, denn sie wussten nicht, was sie taten! - Jetzt ist die Zeit der Vergeltung gekommen; die unterdrückte Entdeckung geht neu beschwingt wie ein Phönix aus der Asche hervor, und der Name des Entdeckers, Julius Aegidi, soll nun nicht mehr vergessen werden; ich aber fühle mich hochbeglückt, der Herold zu sein, der die schlummernde Wahrheit aus ihrem Totenschlaf erwecken und der Welt von Neuem verkündigen durfte; nicht mehr zaghaft, ängstlich, wie ein neugeborenes Kindlein, sondern durch Jahre der Prüfung im Kampf zum Mann gereift und mit dem Schwert des Geistes bewaffnet, das jeder finsteren Macht zu widerstehen sich gewachsen fühlt! - Wenn die Gegner der Doppelarzneien die Vielmischerei der Allöopathen damit in Verbindung brachten, so zeigten sie deutlich, dass sie weder das Wesen der Homöopathie, noch das der Potenzierung im Geist erfasst hatten. ... |
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